125ccm FIM Youth Gold Trophy
in Vechta, 09.06.2012

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Teil 1 von 3 ist geschafft

Für den AC Vechta ging die 1. von 3 WM-Entscheidungen 2012 am gestrigen Samstag über die Bühne. Die Hauptakteure waren die Kids aus der 125ccm Klasse, die ihren Weltmeister suchten und in Zach Wajtknecht aus England fanden. Leider kamen nicht allzu viele Fans ins Reitwaldstadion. Pech für diejenigen, die somit einen actionreichen Nachmittag ganz im Zeichen der Jugend verpassten – sieht man mal von den 7 Herren aus der Oldie-Klasse ab, zu denen sich überraschend auch Ex-Weltmeister Robert Barth gesellte. Doch zum Rahmenprogramm später mehr.

Die große Preisfrage:

Nur wenige Tage vor dem Rennen gab die Polnische Förderation ihren einzigen Teilnehmer bei diesem FIM 125ccm Youth Gold Grasstrack Trophy bekannt. Vom Namen her ein männlicher Teilnehmer: Igor-Kopec Sobcynski. Doch mit dem Aussehen kamen die Zweifel im Fahrerlager bei der Konkurrenz und sowohl Stadionsprecher Lars Klimek als auch Speedway.org fragten persönlich nach: Es handele sich um ein 13-Jähriges Mädchen. So wurde es auch den ganzen Tag dann übers Mikro gebracht, doch mit einer Recherche nach dem Rennen zu Hause kamen die Zweifel zurück, denn reden Polnische Zeitungen und Internetberichte immer von einem Jungen – und auch bei Facebook ist Igor als männlich registriert... Die Frage übers Geschlecht wird wohl doch unbeantwortet bleiben.

Nicht der Tag der Deutschen

Sei es drum, schon im Training zog Igor viele Augenpaare auf sich und während man andere Teilnehmer vom Leistungsvermögen her einigermaßen einschätzen konnte, war Igor ein Überraschungsei, mischte auch während des Rennens immer vorne mit und löste das Ticket zum A-Finale. Aus Deutscher Sicht schaffte dies nur Europameister Sandro Wassermann von den 6 DMSB Teilnehmern ins Finale um den Titel. Und das mit einem Vorlaufmaximum.

Zweitbeste Platzierung für einen Deutschen Fahrer schaffte Richard Geyer, der ins B-Finale kam. Für Darrel de Vries, Fabian Wachs und Reservist Niels Oliver Wessel reichte es daher nur für die Teilnahme am C-Finale. Dass Wessel überhaupt zum Einsatz kam, war leider die Tatsache, dass Lokalmatador Lukas Fienhage gleich in der 1. Ecke seines 1. Heats stürzte und sich mit einem geprellten Finger sowie Schürfwunde am Hals vom weiteren Verlauf dieser WM abmelden musste.

Gute Besserung Lukas

Aber für Wessel zählte der Olympische Gedanke: Dabei sein ist alles und mit einem Punkt aus der Vorrunde schaffte er auch sein gestecktes Ziel. Mit 2 Punkten blieb auch für Wachs nur das C-Finale, während de Vries mit 7 Punkten nur knapp am B-Finale scheiterte. Geyer hingegen stürzte im 4. Vorlauf in der letzten Runde, was aber die B-Final Teilnahme nicht gefährdete. Wassermann war und blieb somit die einzige Deutsche Hoffung auf den Titel, doch gab es da ja auch noch den Titelverteidiger Romano Hummel, der 19 Punkte schrieb, Buddy Prijs und Sobcynski mit je 17 Zählern, Zach Waijtknecht mit 16 und die eindeutig weibliche Michaela Krupickova mit 13 Punkten.

Diese 6 hatten alle Chancen auf den Titel, doch Wassermann kam nicht so perfekt aus dem Start und musste sich erstmal ins Getümmel einreihen mit dem Ende, dass er in der 3. Runde wegrutschte. An der Spitze wurde hart aber fair gefightet: Hummel lag in Front, doch konnte sein größenmäßiges Pendant Wajtknecht ihm in der 3. Runde die Führung abnehmen und sich somit den Titel sichern. Rang 3 ging ebenfalls an die KNMV durch Prijs, der sich letztendlich gegen Krupickova durchsetzten konnte. Sobcynski verlor etwas den Anschluss und landete auf Rang 5.

Nach dem Sturz von Geyer in der Startkurve des B-Finals und die anschließende Disqualifikation blieben nur noch Vertreter aus Tschechien und Frankreich beim Restart über. Patrik Mikel sowie Michal Skurla fuhren auf die Gesamtränge 7 und 8, während das Franzosen-Trio von Ex-Weltemister Jordan Dubernard vor Gaetan Stella und Enzo Dubernard (Bruder von Jordan) angeführt wurde.

Einen DMSB-Laufsieg zum Ende konnte aber noch durch de Vries mit dem C-Finale gemeldet werden. Er siegte vor Dave Meijerink, Wachs, Jack Cornes, Roman Mady und eben Wessel.

Oldies im Rahmenprogramm

Nur die 7 „alten“ Herren aus der Oldieklasse rissen das Durchschnittsalter des kompletten Fahrerfeldes nach oben. Kurzfristig mit eingetragen in die Liste wurde Robert Barth, der den wenigen Fans, die vor Ort waren, mit Wheelies während seiner Heats begeisterte. Nur im Frühjahr drehte er einige Runden auf der Speedway-Maschine, doch auf dem Langbahn-Ganter saß er 2 Jahre nicht mehr. Angemerkt hat es ihm keiner, denn neben perfekten Start-und Ziel-Siegen sowie der Wheelieshow spielte er auch mit seiner Konkurrenz.

Einzig das „Oldie-Küken“ Benny Hegener konnte sich am zum Teil an den Hinterreifen von Barth klemmen. Sein Manko waren aber nicht ganz so perfekte Starts – dafür waren aber seine Überholaktionen sehr sehenswert. Rang 3 hinter Hegener sicherte sich Henk Snijder, der mit dieser Saison den Stahlschuh für EVLS-Serie wieder vom Nagel holte und ebenfalls noch zeigte, was er drauf hat. Ganz zum Leidwesen von Hylke Dijkema, der die meisten Duelle gegen seinen Landsmann verlor und knapp am Podest scheiterte. Karel Kadlec, Paul Evitts und Roelof Geersing komplettierten das Fahrerfeld auf den Plätzen.

Wie der Meister so der Lehrling

In der Junior Klasse C machte es Michael Härtel seinem Meister Robert Barth einfach nur nach in Sachen Sieg mit Maximum. Kein Wunder, denn hatte er das Fahrgestell von Barths 96er WM-Bronzemedaille auch unter seinem Hintern. Eine perfektere Generalprobe kann es gar nicht geben, denn wird Härtel mit Sicherheit für die im September startenden 250ccm Youth Gold Trophy ebenfalls in Vechta nominiert werden. Mit großem Punktabstand setzte sich am Ende Roberto Slot vor Matthi Schmidt durch. Jack Nelson kam ebenfalls noch durch alle 4 Punkteläufe, während Marc Herter mit einem Ausfall am Start sowie einem Sturz am Ende auf den 4. Lauf verzichtete und nur einen 2. Rang im 2. Lauf ins Ziel brachte. Auch Sam Radley Smith hatte Pech und musste nach einem Ausfall den 2. Lauf canceln, eher er mit Lauf 3 und 4 noch 3 Punkte schreiben konnte.

NBM-Lauf der Kleinsten

11 Kids – davon 10 NBM-Piloten – stellten sich in den je 3 Vorläufen zu sechst bzw. zu fünft ans Band, während das Finale mit 10 Fahrern gestartet wurde. An der Spitze nichts Neues könnte man sagen, wenn es um die Platzierungen am Ende ging. Lukas Wegner siegte vor Calvin Richter und Fabian Gaschka. Auch Eric Graß ist immer gut für eine vordere Platzierung. Mit seiner besten Saisonleistung im NBM-Fahrerfeld sorgte Marlon Hegener (Ableger von Benny halt) mit seinem 5. Platz bei seinen Fans für sehr gute Stimmung. Auch Tom Finger mischte gut mit. Mit einem Debüt in so einem großen Fahrerfeld, allerdings ohne NBM-Wertung, kam Nick Haltermann auf Rang 7. Haltermann war auch in der Namensliste der Offiziellen zu finden, denn war Papa Andre der FIM Rennleiter der 125er Konkurrenz.

Etwas Pech hatte Zwilling Paul Graß mit einem Ausfall im 3. Lauf, ebenso wie Melf Ketelsen zu Beginn der Rennen. Sie kamen auf die Plätze 8 und 9 vor Uwe Fissler und Nikodem Czarnecki.

Das WM-Ergebnis

Die Ergebnisse im Rahmenprogramm