Grasbahnrennen in Opende,
23.06.2012

23.06.2012 13:44:08
Eines der wenigen Rennen, wo Enrico
Janoschka mal wieder zu sehen war
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7 Deutsche Fahrer waren zu Gast beim Grasbahnrennen in Opende. Angefangen vom Kleinsten Niels Oliver Wessel, der sein Debüt in Holland feierte und ausschließlich gegen die KNMV-Konkurrenz fuhr, über die B-Lizenz-Akteure Bernd Dinklage, Jens Benneker und Ramon Stanek, bishin zu den Internationalen Teilnehmern Christian Hülshorst, Enrico Janoschka und Aufsteiger Keijo Bünning.

Trotz des heftigen Regens am Vortag präsentierte sich die Strecke als perfekt – was auch die Aussage über den neuen Bahnrekord von Vladimir Trofimov bestätigte. Der von Jannick de Jong gehaltene Rekord von 17,35 sec aus dem Jahre 2008 wurde nun auf 17,12sec runter geschraubt. Und auch der Wettergott hatte ein Einsehen an diesem Tage und ließ das Stadion den ganzen Tag unter der Sonne erstrahlen.

Rasanter Auftakt - schmerzhaftes Ende

In allen 3 Klassen konnten die Jungs mit vorderen Platzierungen in den Auftaktheats in dieses Rennen starten. Doch mit dem A-Finale der Special National begann die Pechsträhne der Deutschen Fahrer mit schmerzlichem Ausgang. Bernd Dinklage stürzte nach einer Kollision mit Raymon Woortman. Ihm ging es gut und nur die Tatsache, dass er disqualifiziert wurde, war schlimmer als die Schmerzen an der Hand. Die weiteren Ereignisse spitzen sich bereits vor dem Restart zu: Woortman bekam seinen Stahlschuh trotz Hilfe nicht mehr innerhalb der Frist unter den Stiefel geschnallt. Nach dem Verzicht von Ramon Stanek an diesem Finale teilzunehmen, was Platz 6 bedeutete, und Dinklages Sturz (Platz 5), kam Woortman automatisch auf Rang 4 in die Wertung. Übrig am Band blieben Benneker, Andy ter Schuur und Bertjan Bos. Benneker erwischte einen Bombenstart, kam aber viel zu schnell in die Startkurve, verriss sein Bike, flog nach einem Highsider zu Boden und wurde dann auch noch von ter Schuur in Beckenhöhe überrollt.

Man befürchtete das Schlimmste: Doch Benneker berappelte sich erstaunlicher Weise schnell und konnte nach dem Check im Sani-Mobil im Fahrerlager mit einer Armschlinge und verbundenem Knie an der Siegerehrung für den 3. Rang teilnehmen. Doch die weiteren Untersuchungen im heimischen Krankenhaus steuerte noch in der Nacht noch an.

Ter Schuur, der sich bei dem Sturz ebenfalls am Fuss verletzte, nahm aber am erneuten Restart teil, fuhr aber mit sehr viel Bedacht ins Ziel, während Bos seine letzte Runde als Sieger so richtig zelebrierte.

Nachdem Benneker das Sani-Mobil verlassen hatte, wurde es gleich erneut von einem Deutschen Fahrer in Beschlag genommen. Clubkollege und Kumpel Christian Hülshorst buchte dieses nach einem ebenfalls heftigen Absteiger im Fight um Rang 3 im Finale gegen den Grasbahn-Debütanten Peter Juul Larsen. Hülshorst erwischte es nicht ganz so schlimm, doch gestand er beim Einladen der kaputten Bikes unter Mithilfe seiner Crew, dass ihm auch so ziemlich alles weh tue, doch gebrochen sei wohl nichts.

Auf diesem Wege: Gute Besserung an Bernd, Jens, Hülse und auch Andy.

Glück im Unglück ...

... hatten aber auch Janoschka und Bünning in ihren Heats. Janoschka wollte im letzten Vorlauf grad zum Überholen ansetzten, da verabschiedete sich sein Motor und durch den gewaltigen Ruck kam es zu Schmerzen an einigen Körperteilen. Doch wer den Ricky kennt, weiß auch, dass er bis zum Ende kämpft und stand nach dem Semi im Finale. Bünning hingegen fuhr im Semifinale 3mal ins gleiche Loch und katapultierte sich somit 3mal fast selber aus dem Sattel. Er konnte es immer wieder abfangen und erklärte, dass Dreck im Auge die Ursache für die nicht ganz klare Sicht auf der Bahn war. Aus dem weiteren Renngeschehen heraus kann man nur berichten, dass es sehr spannende und actionreiche Zwei- und auch Dreikämpfe gab. Natürlich auch mit den Deutschen Jungs im Mittelpunkt.

Vom Debütanten zum Sieger

Durch die Absage von David Howe, der für die Langbahn Team WM nachnominiert wurde, verpflichtete der Club Peter Juul Larsen. Als Speedway-As bekannt, erzählte der 21-Jährige Däne, dass er nur eine Woche zuvor ein Paar Trainingsrunden auf einer reinen Sandbahn gefahren ist. Was ihn in Opende erwarten würde, wusste er selber nicht. Doch alle Achtung: er gehörte zu den Top 4 der Bahnrekord Teilnehmer und war mit 17,40sec zwar hinter dem Sieger Trofimov, aber vor Dirk Fabriek mit 17,54sec und Hülse mit 17,57sec.

Unzufrieden nach dem ersten Heat (durch einen Strahl wurde es in der Startkurve dunkel) kam er mit einer Nullrunde von der Bahn. Rang 3 und 5 folgten. Für das Halbfinale veränderte er den Radstand und konnte mit dem weiter nach hinten versetzten Hinterrad sein Halbfinale gewinnen. Ziel erreicht: Er kam ins Finale.

Ungeschlagen, allerdings nach hart erkämpften Fights, war Dirk Fabriek Punktbester mit 20 Zählern aus den 3 Vorläufen und seinem Halbfinalsieg. Hülse, der mit seinen spektakulären Ritten den Fans wieder richtig was zu bieten hatte, kam mit 17 Zählern ins Finale. Bahnrekord-Sieger Trofimiv stand ihm in nichts nach und schrieb 16 Punkte. Mit 12 Punkten, trotz der Nullrunde durch das Motoren-Malheur gehörte auch Janoschka zu den Top 6 gefolgt von den 9-Punkte Fahrern Larsen und Joel Nyström. Bünning schied nach dem Semi mit 8 Punkten auf Rang 8 aus.

Das Finale wurde, wie eingangs erwähnt, durch Hülses Crash erneut gestartet. Hier lag Fabriek auch weit in Front vor den fightenden Trofimov und Larsen. Nyström hatte derweil Janoschka hinter sich lassen können. Doch mit der Zieleinfahrt in dieser Reihenfolge wurde nichts. Fabriek riss der Zahnriemen eine ¾ Runde vor der Zielflagge. Zum Glück kamen die 4 Verfolger alle an ihm vorbei. Auf den letzten Metern vor dem Ziel griff Larsen noch einmal an und konnte im Endspurt nur um haaresbreite vor dem Ukrainer die Ziellinie überfahren. Und so lautete auch das Endergebnis wie der Einlauf im Endlauf: Larsen, Trofimov, Nyström, Janoschka und weiter Fabriek und Hülshorst. Die Frage lautete: Wann hat es das schon einmal gegeben, dass weder ein Niederländer noch ein Deutscher nicht in Opende auf dem Podest stand?!

Die Special National

Raymon Woortman sicherte sich mit einem Maximum das direkte A-Finale vor Dinklage (9), Bos (8) und Stanek (4). Da der Wiedereinsteiger aber im 2. Heat nur noch hinterher rollte meldete er sich vom Finale ab und packte ein. Aus dem B-Finale stießen ter Schuur und Benneker hinzu. Was im Finale alles geschah, wurde bereits eingangs erzählt.

Die 125ccm Specials

Als Training unter Rennbedingungen sah NL-Debütant Niels Oliver Wessel seinen Start in Opende an. Als einziger Ausländer startete er gegen die 14 Kontrahenten aus Holland. Namen wie Romano Hummel, Buddy Prijs oder auch Dave Meijerink, kannte er als Gegner von den Rennen in Deutschland. Wo würde er also leistungsmäßig stehen? Nachdem er die wichtigsten Infos über den Ablauf eines KNMV-Rennens erhielt, büßte er aber im ersten Heat vermeintliche Punkte ein, da die Info: „Jeder Lauf geht über 4 Runden“ verschwiegen bzw. vergessen wurde. (Sorry noch mal dafür Niels). Der sichere 2. Platz wurde am Ende Rang 4. Diese 2 Punkte weniger kosteten die direkte A-Final-Teilnahme, doch mit einem souveränen Sieg im B-Finale gehörte er dennoch zu den Top 8 dieser Klasse. Am Ende war es der 7. Rang, der er sich erfahren konnte. An der Spitze derweil nichts Neues: Hummel siegte vor Prijs und Meijerink.

Das Resüme vom Vater-Sohn-Gespann: „Uns hat es echt sehr gute gefallen hier in Holland. Alles wird so einfach abgewickelt und man wurde von allen sehr herzlich begrüßt und aufgenommen. Und der 7. Platz ist doch ein tolles Ergebnis. Wir kommen wieder.“

Matthijssen auf dem Weg der Besserung

Während Nathalie Matthijssen am Freitag ihren Lebensgefährten und Eisspeedwaypilot Rene Stellingwerf heiratete (Gefelicteerd Nathalie und Rene) kam der verletzte William mit seiner Frau Gea am Samstag nach Opende. Mit „Papas Roadrunner“ unter dem Gesäß sah er gut aus, und erzählte, dass die Genesung sehr gute Fortschritte macht. Noch darf er das linke Bein nicht belasten, während der linke Arm schon wieder voll beweglich ist – trotz der langen Nägel, die man ihm eingesetzt hat. Er hofft in 2 Wochen den nächsten Schritt machen zu können und dann wieder auf eigenen Beinen zu laufen. Sein erklärtes Ziel ist immer noch das EM-Finale in Werlte: „Eine Woche vorher ist ein DO-Lauf in Adaurd, da möchte ich versuchen, ob es schon wieder geht“, so William.

Speedway.org drückt ihm weiterhin die Daumen

Die Ergebnisse