Langbahn Team WM in Werlte
24.08.2008

22.08.2008 18:31:21
Am Freitag ging es mit
einem Empfang los
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Wieder eine WM und wieder Regen

Alles war perfekt organisiert für die 2. Auflage der Langbahn Team in Werlte, wo das Deutsche Team als Titelverteidiger an den Start gehen sollte. Aber wie schon 2005 bei der FIM Gold Trophy der 1000ccm Gespanne wollte der Wettergott die Nerven aller Beteiligten auf die Probe stellen.

Der Empfang am Freitagabend der bereits anwesenden Teams war trotz des Regens ein voller Erfolg. Im Möbelhaus Wilken gab es zunächst einen kleinen Umtrunk, ehe es nach einer Sightseeingtour durchs Industriegebiet Werlte im Trailerforum Krone – einer der größten LKW-Trailer-Produzenten in Deutschland – die offizielle Begrüßung durch das Land und den MSC Werlte gab.

Nervensache auch am Samstag

Im Fahrerlager erstrahlte die neue Boxengasse, die von den Teams bezogen wurde, doch am Ende hatten nur der Bahndienst alle Hände voll zu tun. 20.000 l wurden am frühen Morgen von der Bahn abgesaugt. Immer wieder setzte sich die Jury zusammen und bereitete die Teilnehmer des Rahmenprogramms in einer Besprechung darauf vor, dass es für sie zur Absage am Samstag kommen könne, wofür aber seitens der Fahrer Verständnis gezeigt wurde.

Es kam, was kommen musste, am Nachmittag – Stunden vor dem geplanten Start um 19.00 Uhr - kam die offizielle Absage. In den Clubreihen wurde alles für den Sonntag neu organisiert. Die Belohnung der Arbeit wurde am Sonntagmorgen mit den ersten Sonnenstrahlen eingeläutet, nachdem es Abends gegen 21.00 Uhr den letzten Regen gab. Der Bahndienst war bereits fleißig am werkeln, als es in der Boxengasse langsam wieder voll wurde.

Personell geschwächt

Das Team um Thomas Grundler aus Frankreich musste allerdings am Sonntag auf Sebastien Tresarrieu verzichten, da dieser wegen einer Viruserkrankung am Vormittag ins Sögeler Krankenhaus eingeliefert wurden und eine Nacht auf der Intensivstation verbringen musste. Am Dienstagabend konnte er aber mit dem Flieger zurück nach Frankreich reisen, wo er sich weiterhin in ärztliche Hände begeben hat.

Gute Besserung weiterhin

Weltmeisterliche Vorstellung

Bis zum 4. Durchgang haben Gerd Riss, Stephan Katt, der sich am Freitagabend beim Ligarennen in England bei einem Sturz leicht an der Hand verletzte, Bernd Diener und Matten Kröger von den möglichen 48 Punkten nur einen Zähler abgegeben. Mit einem 12 : 3 gegen Frankreich, Tschechien und Finnland bestätigten sie ihre Favoritenrolle. Nur gegen die Briten gaben sie ihren ersten Zähler ab.

Wie schon im Training und im Lauf der Vorrunde waren die Niederländer mit Dirk Fabriek, Jannick de Jong, Erik Eijbergen und Mark Stiekema aber ebenfalls sehr gut unterwegs und konnten im letzten Lauf vor der Finalrunde gegen Deutschland ihre Stärke unter Beweis stellen. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass diese beiden Teams um die Goldmedaille kämpfen würden. Mit 8 : 7 siegten das DMSB Team ganz knapp, aber auch nur, da Kröger den letzten Punkt am Ende mit einem Überholmanöver gegen Stiekema sicherte.

Das C-Finale

Frankreich (27 Punkte) und Tschechien (28) trafen im C-Finale um die Plätze 5 und 6 aufeinander. Bis zur letzten Ecke lagen sie mit 9 : 6 auf dem 5. Gesamtplatz, doch kam der junge Reservist Theo di Palma, der nun für Tresarrieu komplett ins Rennen ging, nicht aus der letzten Ecke raus und Tschechien konnte trotz des Laufsieges von Stephane Tresarrieu mit 8 : 7 dieses Match für sich entschieden.

Das B-Finale

Mit 30 Punkten trafen die Finnen mit dem Langbahndebütanten Kaj Laukanen, der abgesehen von seinen technischen Problemen ein gutes Rennen fuhr, auf die Briten, die 40 Qualifikationszähler einfuhren. 8 : 7 ging das Vorrundenduell Zugunsten der Engländer aus und auch im B-Finale behielten sie die Oberhand. Mit einem 9 : 6 sicherten sie sich nun die Bronzemedaille.

Dramatik im A-Finale

Wie auch in den Bahndienstpausen im Fahrerlager gut zu beobachten, wurde der Mannschaftszusammenhalt groß geschrieben und trat komplett Team mit allen Mechanikern, dem Teammanager Joachim Ohmer und Catman gemeinsam in den Innenring, um Gerd, Matten und Bernd zum Sieg und damit zur 2. Goldmedaille gegen die Niederlande zu peitschen. Doch nach dem Abbruch wegen Bandberührung durch Bernd brach eine kleine Welt zusammen. Es gab es nur noch 2 Optionen, die für Gerd und Matten standen.

Zu Zweit den Titel gesichert

Laufsieg und Rang 2 oder Laufsieg und Rang 3 im Ziel um das nötige 8 : 7 zu sichern. Zu zweit schafften es unsere Jungs und man konnte einen aus sich herauskommenden Bernd Diener im Innenfeld beobachten, wie eigentlich zuvor noch nie gesehen. Vom Start weg lagen Gerd und Matten an der Spitze und fuhren so geschickt, dass die weitaus jüngeren Kollegen aus dem Nachbarland keine Chance auf ein Überholmanöver hatten.

Was nach der Zieleinfahrt emotional auf der Bahn und bei der Siegerehrung abging, kann man sich vorstellen und mit Worten nicht beschreiben. Auch der Stein, der Rennleiter Josef Hukelmann im Namen der gesamten Clubcrew vom Herzen fiel, war sichtlich zu erkennen.

Statements

Bernd Diener, der mit 49 Jahren nun seinen 1. WM-Titel hat: „Hätten Gerd und Matten das nicht gepackt, hätte ich mir auf der Bahn ein Loch gebuddelt und wäre darin versunken.“

Matten Kröger auf die Frage, wie stark seine Nerven beim Restart des Finals waren: „Eigentlich bin ich bei solch wichtigen Starts gar nicht nervös und kriege sie besser hin, als wenn ich „nur so“ am Band stehe“ und verglich es mit einer Situation, die er u.a. bei einem Ligarennen in England schon einmal hatte.

Dirk Fabriek, der sichtlich enttäuscht bei der Siegerehrung auftauchte: „Ja, zuerst war ich etwas enttäuscht, aber nun freue ich mich über die Silbermedaille. Letztes Jahr waren noch Fünfter.“

Das Ergebnis